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Das Hauptmotiv des jungen letti­schen Malers Jānis AvotiņŠ (geb. 1981) ist so klar wie essentiell: die Präsenz des Menschen, die von einer fundamentalen Einsamkeit geprägt ist. In seinen Bildern sind die gezeigten Gestalten allein, auf sich gestellt und meist extrem kleinfigurig in einen großen räumli­chen Kontext gestellt. Seine Bilder erscheinen wie zeitgenössische Porträts menschlichen Lebens – Porträts, die einen zufälligen Cha­rakter haben und dabei doch etwas Vorbestimmtes zu thematisieren scheinen. Die Ambivalenz und Verletzlichkeit des modernen Lebens wird durch die verschwommenen Konturen und die weiche Farbgebung seiner Bilder be­sonders unterstrichen.Die Farben trägt der in Riga lebende Maler so zart auf, dass die Lein­wandstruk­tur mit in das Bild aufge­nommen ist und dabei die atmosphä­rische Wirkung seiner Gemälde un­terstützt. Beinahe diffus erscheinen die Menschen im nicht näher differenzier­ten Raum. Es sind stille und zeitlose Mo­mente, die wie festgehaltene Traumse­quenzen wirken. Jānis AvotiņŠ' leicht da­hinge­hauchte Menschenbilder laden zur Seelen­schau ein.

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Cinema 2, 3:41, 2005
Ed.: 5 + 1 AP
DVD
Janis Avotins02.07.2005 – 08.08.2005
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