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Übersicht
Saving Nine beginnt mit einem rostfarbenen Abdruck vom Dach der Kunsthal Thy auf Leinwand. Der Druck ist die Grundlage für Elif Saydams Einladung zur kollektiven Arbeit. Die Ausstellung wird Transformationen durchlaufen und in einem gemeinschaftlichen Kunstwerk münden. Unter künstlerischer Anleitung entwickelt sich die Ausstellung durch Workshops, in denen die Besuchenden zusammen nähen, färben und schneiden. Während der gemeinsamen Sitzungen werden Banner in Quilts verwandelt. Das fertige Kunstwerk wird in der Institution verbleiben. In Saving Nine untersucht Saydam Dekoration nicht als Exzess, sondern als hingebungsvolle, zeitaufwändige Arbeit. Die sich wiederholenden Handlungen des Nähens und Anpassens, die oft als weiblich oder oriental gelesen und gar herabgewürdigt werden, interpretiert Saydam als Möglichkeiten des Zusammenseins neu. Nähen ist hier wortwörtlich und symbolisch zu verstehen: ein Prozess des Flickens und der Verbindung – mit den Materialien und der Gemeinschaft. Saydam begreift das gemeinsame handwerkliche Tun als politische Praxis, die auf Fürsorge und Wiederherstellung gründet.
