Mit tiefer Trauer und großer Bestürzung nehmen wir Abschied von Thomas Zipp, der am Karfreitag im Alter von 60 Jahren unerwartet verstorben ist. Thomas Zipp (*1966, Heppenheim, DE) war ein außergewöhnlicher Künstler, dessen Werk sich mit künstlerischen, wissenschaftlichen, religiösen und sozialen Utopien auseinandersetzte – und sich dabei gleichermaßen mit deren Versprechen, Hoffnungen und unvermeidlichen Scheitern beschäftigte. Über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg hatte die Galerie Rüdiger Schöttle das Privileg, eng mit ihm zusammenzuarbeiten und seinen bemerkenswerten künstlerischen Werdegang zu begleiten. Zipps facettenreiches Schaffen vereinte Malerei, Zeichnung, Fotografie, Skulptur und Objekte in weitläufigen, programmatischen Installationen. Über die bildende Kunst hinaus war er auch in den Bereichen Musik und Literatur tätig. Sein „narrativer Konzeptualismus“ verband eine breite Palette formaler Sprachen und oszillierte zwischen Ironie und Humor sowie poetischer Sensibilität und einem dunklen, melancholischen Unterton. Sein Werk drehte sich beharrlich um Themen wie Körper und Geist, Norm und Abweichung sowie das Unbewusste oder Visionäre. Ausgehend von psychologischen Theorien und Forschungen zur Geschichte der Psychiatrie – oft im Dialog mit Philosoph:innen wie Michel Foucault – pflegte Zipp zudem eine tiefe Auseinandersetzung mit kunsthistorischen Strömungen. Seine Werke befinden sich in zahlreichen bedeutenden internationalen Sammlungen, darunter MoMA, New York; Tate, London; MOCA, Los Angeles. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.